2026 wird der österreichische Getränkemarkt von signifikanten Veränderungen bestimmt. Verkaufszahlen, Branchenanalysen und Insights aus Bars legen nahe, dass Gesundheit, Transparenz und Nachhaltigkeit entscheidend sein werden.
Es zeichnen sich fünf Haupttrends ab: Alkoholfreie Optionen und Sober Curiosity, funktionelle Getränke, evolutionierte Barkultur mit neuen Geschmacksrichtungen, umweltfreundliche Verpackungen und technische Innovationskraft. Diese Faktoren prägen Angebot und Werbestrategien im Einzelhandel und in der Gastronomie.
Statistiken vom Onlinesupermarkt Gurkerl zeigen interessante Entwicklungen. Im Sommer 2025 stiegen die Verkaufszahlen alkoholfreier Getränke massiv an. Produkte wie alkoholfreier Sekt, Kokoswasser, alkoholfreies Bier und Frozen-Fruit-Mocktails erlebten zweistelliges bis dreistelliges Wachstum.
Für Hersteller und Verkäufer ergibt sich eine klare Strategie: Das Sortiment aktualisieren, in neue Produkte investieren und nachhaltige Werbemaßnahmen stärken. Eine frühzeitige Anpassung an die Trends von 2026 ermöglicht es, Marktanteile zu gewinnen und Kunden langfristig zu binden.
Alkoholfreie Welle: Sober Curious, alkoholfrei und Mocktails
Alkoholfreier Konsum ist heute ein deutlicher Trend im Handel. Als Lifestyle-Bewegung verstanden, verändert Sober Curious das Trinkverhalten nachhaltig. Konsumenten sind nun auf der Suche nach alkoholfreien Alternativen, die ein Erlebnis bieten und sensorisch überzeugen.
Technische Innovationen verbessern die Qualität alkoholfreier Produkte. Besonders alkoholfreier Sekt profitiert von Verfahren wie der Vakuumdestillation. Moderne Techniken in der Kellerwirtschaft helfen, die Perlage und Aromen den klassischen Varianten anzunähern.
Marktentwicklung und Verkaufszahlen
Die Verkaufszahlen untermauern diesen Trend deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr, stiegen die Bestellungen von alkoholfreien Schaumweinen und Fruchtseccos im Juli 2025 um über 200 %. Auch alkoholfreies Bier verzeichnete ein Plus von 45 % im gleichen Zeitraum. Kokoswasser erlebte ein Wachstum von 114 %.
Beliebte alkoholfreie Kategorien
- Alkoholfreies Bier: Pils, Helles, Weißbier und IPA sind zunehmend in 0,0-Varianten verfügbar.
- Ready-to-drink und Radler: Fertige 0,0-Radler gewinnen Marktanteile im Sommersortiment.
- Mocktails und Dirty Sodas: Social-Media-getriebene Innovationen bieten hohes Erlebnispotenzial.
- Frozen-Fruit-Mocktails: Logistisch geeignete Fertigportionen mit Crushed-Ice-Konzepten.
- Gurkerl und kreative Sirup-Kombinationen: Beliebt in der Bar und im Handel als Alkoholfreie Getränke.
Zielgruppen und Gesundheitsaspekte
Gen Z und gesundheitsbewusste Käufer treiben die Nachfrage voran. Laut YouGov haben bereits über 70 % der 16–25-Jährigen Mocktails probiert. Die Shell-Jugendstudie 2024 bestätigt, dass 83 % der jungen Leute mehr auf ihre Gesundheit achten.
Handlungsempfehlungen für Händler
- Sortiment um 0,0-Alternativen erweitern und klar kennzeichnen.
- Promotions und POS-Displays saisonal anpassen.
- Lager nach saisonalen Trends planen.
- Produktdeklaration und Nährwertangabe hervorheben; zuckerreduzierte Optionen anbieten.
Produktinnovation und Kommunikation
Die Kombination aus Softdrinks und Sirup, Obers oder pflanzlichen Alternativen machen Dirty Sodas besonders. Sie heben das Genusserlebnis, bringen aber oft viel Zucker. Die Balance zwischen Gesundheit und Erlebnis sollte kommuniziert werden.
Marktchancen ergeben sich durch klare Positionierung und zielgerichtete Aktionen. Händler, die sich auf alkoholfreie Produkte konzentrieren, können das wachsende Interesse nutzen.
Getränke Trends: Funktionale Getränke, Kokoswasser und Health-Boosts
Funktionale Getränke sind in Österreich immer beliebter und ändern, wie wir Getränke konsumieren. Das Konzept Hydration 2.0 entwickelt traditionelle Durstlöscher zu nützlichen Begleitern für Regeneration und Leistung. Es betont die Bedeutung von Elektrolyten und Vitaminen, sowohl für sportliche Aktivitäten als auch im Alltag.
In letzter Zeit steigt die Beliebtheit von Kokoswasser stark an. Es wird gerne als isotonische Basis für alkoholfreie Mixgetränke wie Virgin-Coladas verwendet. Durch diese Verwendung erweitert sich die Bedeutung von Health-Boosts, besonders im Sommer.
Es wird von Produktentwicklern erwartet, dass sie funktionale Inhaltsstoffe klar kennzeichnen. Das Durchlaufen von Stabilitätstests und Sensorikprüfungen ist unerlässlich. Zudem müssen alle regulatorischen Anforderungen vor der Markteinführung erfüllt sein.
Funktionale Inhaltsstoffe und Hydration 2.0
Elektrolyte sind wichtig für die Erholung nach körperlicher Anstrengung. Pre- und Probiotika unterstützen die Darmgesundheit und fördern das Wohlbefinden im Alltag. Kollagenreiches Wasser zielt speziell auf die Verbesserung der Haut und Gelenke ab.
Adaptogene wie Ashwagandha und L-Theanin sind gefragt für die Regulierung von Stress. Nootropika erweitern das Sortiment um kognitive Unterstützung. Die Kombination aus Geschmack und gesundheitlichem Nutzen entscheidet über den Erfolg am Markt.
Trendgetränke mit Mehrwert
Der Getränkemarkt bewegt sich hin zu modularen und personalisierbaren Angeboten. Personalisierte Getränke lassen sich mit Hilfe digitaler Konfiguratoren erstellen. Kleine Produktionschargen ermöglichen schnelles Marktfeedback.
Alle Prototypen müssen hinsichtlich Haltbarkeit und Geschmack getestet werden. Pre- und Probiotika verlangen nach besonderen Rezepturen. Produkte wie Kollagenwasser und Adaptogene benötigen eine klare Kennzeichnung.
Marketing und Positionierung
Erzählungen zu Herkunft und Nutzen der Produkte bauen Vertrauen auf. Technische Informationen über Inhaltsstoffe, CO₂-Fußabdruck und Labortests fördern die Markentreue. Sichtbare Zertifizierungen steigern zudem die Glaubwürdigkeit.
Zielführende Content-Strategien richten sich an Health-Communities und nutzen Influencer‑Kooperationen zur Reichweitensteigerung. Für eine erfolgreiche Markteinführung sind Testmärkte, digitales Verbraucherfeedback und eine transparente Qualitätssicherung empfohlen.
Geschmackstrends, Barkultur und Sommerhits in Österreich
In Österreichs Sommersaison gibt es bevorzugte Geschmacksrichtungen. Pfirsich steht an der Spitze der Getränkekarten. Der Peach Perfect Spritz und der Bellini sind besonders gefragt in angesagten Bars, unter anderem in der Sign-Lounge und der Villa Bulfon am Wörthersee. Das Angebot wird zusätzlich durch regionale Spritz-Varianten, etwa mit Maracuja und Mango, bereichert.
Sommerdrinks und Spritz-Variationen
Frische Zutaten und die richtige Kühlung sind essentiell für ausgezeichnete Getränke. Beim Bellini sind reife Pfirsiche entscheidend, gefolgt von einem sorgfältigen abschäumenden Finish. Rezepte wie der Sarti-Spritz profitieren enorm von einer klaren Anleitung zur Zubereitung.
Bei alkoholfreien Varianten ist die richtige Balance zwischen Süße und Säure wichtig. Dirty Sodas, bekannt aus Social Media, erlangen virale Aufmerksamkeit. Die Kontrolle der Süße durch standardisierte Verfahren ist empfohlen.
Spirituosen- und Cocktailentwicklung
Der Tequila-Markt erlebt eine Renaissance. 100% Agave-Tequilas steigen im Ansehen, überholen sogar Gin. Es wächst das Interesse für Drinks wie die Margarita und Paloma. Getränke nach dem Mizuwari-Prinzip, reduzierte Highballs, sind ebenso gefragt.
Gastronomiebetriebe sollten ihr Tequila-Angebot ausbauen. Bewährte Rezepte sind zeitgemäß zu interpretieren. Für die Umsetzung hochwertiger Getränke sind Schulungen zur Verfeinerung der Technik vorgesehen.
Neue Aromen und Experimentierfreude
Tropische Aromen treffen auf nostalgische Geschmackserlebnisse. Neue Kombinationen, wie beispielsweise Peach mit Milky Maple oder ungewöhnliche Paarungen mit Miso und Tamarinde, spiegeln den Trend wieder.
- Exotische Früchte: bei Spritz-Varianten und alkoholfrei umsetzbar.
- Nostalgie-Aromen: gezielt dosieren, um Balance zu wahren.
- Dirty Sodas: hohe Viralität, technische Optimierung empfohlen.
Innovationsworkshops und die Durchführung von Produkt-Tests mit Zielgruppen sind zu empfehlen. Auch sollte die Standardisierung von Social-Media-Rezepturen erfolgen, um Konsistenz und Qualität zu gewährleisten.
Nachhaltigkeit, Verpackung und technologische Transformation
In Österreich fordert der Markt klare Nachhaltigkeitsrichtlinien. Kunden verlangen, dass die Angaben zu Verpackungen und CO₂-Ausstoß transparent sind. Es ist wichtig, dass Hersteller Pläne für Mehrweg-Pfandsysteme entwickeln. Sie sollten auch die Möglichkeit des Recyclings ihrer Produkte prüfen.
Bei nachhaltigen Verpackungen gewinnen leichte und nachfüllbare Systeme an Popularität. Ein Mehrweg-Pfandsystem trägt zur Abfallreduzierung bei und fördert die Kundenbindung. Die Verpackung muss jedoch funktional und kostengünstig bleiben.
Die Digitalisierung revolutioniert die Produktion und Logistik. Durch Cloud-Lösungen wird eine effiziente Kontrolle der Supply Chain möglich. KI-gestützte Marktforschung hilft, die Nachfrage vorherzusagen und Überproduktion zu vermeiden.
Automatisierung steigert die Qualitätssicherung und verkürzt die Produktionszeiten. Durch flexible Fertigungssysteme sind Personalisierungen der Produkte möglich. Das umfasst sowohl alkoholfreie Premium-Produkte als auch funktionale, preiswerte Artikel.
Hersteller können durch gezielte Technologieinvestitionen Vorteile erlangen. Investitionen in CO₂-Reporting und moderne Datenverarbeitung bieten einen Wettbewerbsvorsprung. Zusammenarbeit mit Einzelhandelspartnern in Pilotprojekten bringt wichtige Marktinsights.
Empfohlen werden drei Schritte zur erfolgreichen Umsetzung:
- Verpackungen sollten auf ihre Recyclingfähigkeit hin überprüft und in Mehrweg-Pfandsysteme integriert werden.
- Der Aufbau von Cloud-Lösungen und die Nutzung von KI für die Bedarfsplanung sind essentiell.
- Es gilt, flexible Produktionslinien für die schnelle Markteinführung von alkoholfreien und funktionalen Produkten zu starten.
Diese Strategien verbessern die Transparenz in Lieferketten und stärken die Marktposition. Die Investition in Automatisierung und eine langfristige Datenstrategie sind Schlüssel für nachhaltiges Wachstum.
Fazit
In Österreichs Getränkeindustrie bis 2026 spielen fünf Haupttrends eine Rolle: Nicht-alkoholische Getränke, funktionale Inhaltsstoffe, innovative Geschmacksrichtungen, umweltfreundliche Verpackungen und technische Personalisierungen. Diese Strömungen interagieren miteinander und formen die Kundenbedürfnisse, das Produktangebot und die Art und Weise, wie Marken kommunizieren. Vor allem die Generation Z und Verbraucher, die Wert auf ihre Gesundheit legen, treiben diese Entwicklungen voran.
Es wird empfohlen, das Produktangebot gezielt um nicht-alkoholische Optionen zu erweitern und funktionale Produkte mit eindeutigen Angaben einzuführen. Dabei ist es entscheidend, Nachhaltigkeitsbemühungen, wie CO₂-Transparenz, klar zu kommunizieren. Investitionen in digitale Technologien und flexible Fertigungsmethoden sind ebenfalls wichtig, um auf Veränderungen im Markt schnell reagieren zu können.
Um sich am Markt zu positionieren, sollte man sich auf datengestützte Produktentwicklung und authentische Nachhaltigkeitsberichte konzentrieren. Der Einsatz von Social Media und Influencer-Marketing ist strategisch wichtig, um die Sichtbarkeit und Akzeptanz zu erhöhen. Wer diese Schritte systematisch angeht, kann seinen Marktanteil ausbauen und neue Kundenschichten gewinnen.
