2024 erreichte der Versicherungsmarkt in Österreich ein Prämienvolumen von 23,5 Mrd. Euro. Dies stellt einen Anstieg von 7,0% im Vergleich zu 2023 dar. Auf globaler Ebene wuchs das Prämienvolumen 2024 auf etwa 7,0 Bio. Euro. Dieses Wachstum betrug durchschnittlich 8,6%.
Unsere Marktanalyse konzentriert sich auf eine detaillierte Analyse. Wir untersuchen sowohl Chancen als auch Risiken. Dabei werden wichtige Kennzahlen wie Prämienvolumen und Solvenzquoten betrachtet. Auch strukturelle Faktoren wie Inflation, Zinsumfeld und Digitalisierung spielen eine Rolle.
Experten wie Daniel Matić, CEO von Allianz Österreich, sehen eine Erholung in der Lebensversicherung. Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Allianz, bezeichnet die Branche als «Reparaturbetrieb» für gesellschaftliche Defizite. Diese Meinungen werden in unsere Analyse integriert.
Unsere Methodik basiert auf Branchenreports, Daten der FMA und WKO sowie Experteninterviews. Beispielsweise haben wir mit GrECo gesprochen. Ziel ist es, Entscheidern in Unternehmen, Versicherungen, Maklerhäusern und der Politik eine präzise Einordnung der Versicherungswirtschaft in Österreich zu bieten. Wir skizzieren zudem mittelfristige Szenarien bis 2035.
Ein besonderes Augenmerk legen wir auf regulatorische Veränderungen. Dazu gehören CRR III, AML-Anpassungen und EU-Verordnungen wie AI Act und Cyber Resilience Act. Diese Faktoren beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Wachstums im österreichischen Versicherungsmarkt.
Marktentwicklung und Prämienvolumen in Österreich
Der Versicherungsmarkt in Österreich wächst 2024 um 7,0% im Nennwert. Das Gesamtprämienvolumen erreichte 23,5 Mrd. Euro. Dieser Anstieg wird durch erhöhte Absicherungsbedürfnisse, Inflation und Zinsumfeld beeinflusst.
Die Marktanalyse zeigt die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen. Sie gibt Einblicke in die zukünftige Entwicklung.
Gesamtbeitragseinnahmen 2024 und Wachstumstreiber
Die Beitragseinnahmen stiegen 2024 auf 23,5 Mrd. Euro. Zinsanstieg und Prämienanpassungen wegen der Inflation förderten das Wachstum.
Die Nachfrage nach Absicherung stieg deutlich. Private Vorsorge und Zusatzprodukte gewannen an Beliebtheit. Versicherer betonen nun Transparenz und faire Preisgestaltung.
Entwicklung der Sparten: Lebens-, Kranken- und Sachversicherung
Die Lebensversicherung wuchs 2024 um 7,8% und erreichte 5,5 Mrd. Euro. Der Zinsanstieg macht sie wieder attraktiver. Doch die Rolle als Altersvorsorge bleibt unsicher.
Die Krankenversicherung wuchs um 10,8% und erreichte 13,5% des Gesamtmarktes. Sie zeigt die stärkste Dynamik. Die Nachfrage nach Ergänzungsleistungen steigt.
Die Sachversicherung legte 5,9% zu. Nach einem hohen Schadenjahr 2023 normalisiert sich 2024 das Volumen auf einem höheren Niveau. Anbieter müssen Preis- und Risikomanagement anpassen.
Prognosen für 2025 und mittelfristige Wachstumsaussichten
Die Marktanalyse prognostiziert für die nächsten zehn Jahre ein Wachstum von 2,8% p.a. in Österreich. Die Projektionen für die Sparten sind: Krankenversicherung +4,1% p.a., Sachversicherung +2,6% p.a., Lebensversicherung +2,0% p.a.
Im internationalen Vergleich lag das globale Prämienwachstum 2024 bei +8,6%. Die österreichische Entwicklung erscheint robust, bleibt aber regional begrenzt.
Das nominale Marktwachstum von 2,8% p.a. liegt unter dem prognostizierten BIP-Wachstum von 3,5%. Dies deutet auf begrenzte Expansion hin. Anbieter sollten ihre Strategien überdenken und Vertrauen durch Transparenz stärken.
Risikoumfeld und Risikomanagement in der Versicherungswirtschaft
Die österreichische Versicherungswirtschaft steht vor einem komplexen Risikomix. Makroökonomische Schwankungen, geopolitische Spannungen und wachsende Klimarisiken verändern Schadenmuster und Prämienstrukturen. Versicherungskonzerne müssen ihre Strategien neu ausrichten – vom Underwriting bis zum Kapitalmanagement.
Makroökonomische und geopolitische Risiken
Steigende Inflation und volatile Energiepreise treiben Kosten in der Schadenregulierung nach oben. Rückversicherungsbedingungen verschärfen sich, weil Rückversicherer höhere Risiken einkalkulieren.
Geopolitische Konflikte wie der Ukraine-Krieg erhöhen Unsicherheit in Lieferketten. De-Globalisierung und Protektionismus schaffen operative Risiken für Gewerbekunden und beeinflussen die Prämienentwicklung direkt.
Klimarisiken und Naturkatastrophen
Extremwetterereignisse nehmen in Häufigkeit und Intensität zu. Das führt zu steigenden Verlustkosten in der Sachversicherung und zu einer Begrenzung der Versicherbarkeit einzelner Risiken.
Versicherungskonzerne reagieren mit selektivem Underwriting und höheren Selbstbehalten. Langfristig bleibt offen, welche Schäden marktgesteuert versichert werden können.
Unternehmensrisiken und professionelle Risikoabsicherung
Für Firmen sind Lieferkettenunterbrechungen, Cyberangriffe und verschärfte Compliance-Vorgaben zentrale Unternehmensrisiken. Marktbeobachtungen von GrECo zeigen einen wachsenden Bedarf an maßgeschneiderten Lösungen und Risk-Engineering.
Professionelles Risikomanagement verlangt präventive Maßnahmen, digitale Risikoüberwachung und hybride Transferlösungen. Makler und Versicherer müssen Beratungsleistung ausbauen, um Loss-Prevention wirksam zu verankern.
Marktreaktionen umfassen strengere Zeichnungskriterien und verstärkte Kooperation zwischen Primärversicherern und Rückversicherern. Ohne substanzielle Investitionen in Resilienz und klare politische Rahmenbedingungen droht eine Verschiebung der Kosten auf Versicherungsnehmer und Staat.
Digitalisierung, Technologie und Produktinnovation
Der Versicherungsmarkt in Österreich durchläuft einen bedeutenden Wandel. Dieser Wandel wird durch gezielte Digitalisierung und technologische Neuerungen vorangetrieben. Unternehmen setzen auf digitale Plattformen und InsurTech-Kooperationen, um ihre Geschäftsprozesse zu beschleunigen und Kosten zu senken.
Künstliche Intelligenz revolutioniert die Bereiche Underwriting und Schadenbearbeitung. Automatisierte Prozesse steigern die Effizienz. Doch es ist entscheidend, klare Governance und Transparenz bei der Nutzung solcher Modelle im regulatorischen Rahmen sicherzustellen.
Digitalisierungstrends in der Versicherungswirtschaft
Marktführer wie Uniqa und Vienna Insurance Group investieren in Omnikanallösungen und Datenplattformen. Diese Investitionen verbessern die Kundenerfahrung und ermöglichen personalisierte Tarifierungen.
- Echtzeit-Datenanalyse für Risikobewertung
- Digitale Maklerportale zur Prozessbeschleunigung
- Cloud-Architekturen für Skalierbarkeit
Ciber- und Technologieversicherungen
Die Nachfrage nach Cyberversicherung wächst, da Cyberangriffe zunehmen. Produkte müssen Meldepflichten und Risikokonzentrationen berücksichtigen.
Versicherer entwickeln Deckungskonzepte, die technische Beratung und präventive Services kombinieren. Diese Angebote stärken die Kundenbindung und eröffnen neue Einnahmewege.
Innovation bei Vorsorge- und Lebensprodukten
Die Wiederbelebung der Lebensversicherungen bietet Chancen für Produktinnovationen. Fondsgebundene Lösungen und hybride Garantiekonzepte stehen im Mittelpunkt, um Versorgungslücken zu schließen.
- Fondsgebundene Vorsorge mit flexiblen Beiträgen
- Hybride Garantien zur Renditesicherung
- Digitale Beratungswerkzeuge für Kundenaufklärung
Das InsurTech-Ökosystem treibt die Modernisierung voran. Start-ups bringen Agilität, etablierte Anbieter Kapital und Reichweite. IT-Sicherheit, Datenqualität und Fachkräftemangel bleiben jedoch zentrale Herausforderungen für den Versicherungsmarkt in Österreich.
Marktstruktur, Regulierung und Wettbewerbsumfeld
Österreichs Versicherungsbranche steht vor Herausforderungen. Marktanteile und Solvenzquoten sind hoch. Dies eröffnet Investitionsmöglichkeiten, fordert aber auch mehr Risikomanagement und Kapitalallokation.
Solvenz, Kapitalanforderungen und Aufsicht
Die Solvenzquoten, über 300% beim SCR, zeigen die Stabilität der Anbieter. Doch EU-Regelungen und nationale Maßnahmen erhöhen die Aufsicht. CRR III bringt komplexe Vorgaben für verbundene Finanzakteure.
Dies führt zu höheren Eigenkapitalanforderungen in bestimmten Bereichen. Ein robustes Asset-Liability-Management und präzise Stresstests werden daher entscheidend.
Rolle von Versicherungskonzernen, Maklern und neuen Marktteilnehmern
Marken wie Allianz prägen das Marktsegment. Eine Konsolidierung im Maklermarkt zeigt sich in M&A-Transaktionen und Private-Equity-Interessen.
Rund 5.000 Makler und Berater arbeiten oft als Ein-Personen-Unternehmen. Skalendruck und Spezialisierung auf digitale Services oder Nachhaltigkeitsberatung werden wichtig.
Regulatorische Herausforderungen und politische Rahmenbedingungen
2025 stehen nationale Anpassungen und FATF-Umsetzungen auf der Agenda. Diese Maßnahmen erhöhen die Compliance-Belastung für Vermittler und Versicherer.
Spannungen entstehen durch sektorale Puffer für Gewerbeimmobilien und das Auslaufen von Erleichterungen. Dies kann den Kapitalbedarf steigern und das Verhältnis zur Kreditvergabe oder Investitionen beeinflussen.
Die Wirtschaftskammer fordert stärkere Maßnahmen zur Förderung des Kapitalmarktes. Ziel ist es, die Finanzierung von Alterung, Immobilien und Innovation zu verbessern.
- Markt: Konzentration bei großen Konzernen und wachsender Wettbewerb durch ausländische Anbieter.
- Aufsicht: CRR III und nationale Regelungen erhöhen Komplexität für Kapitalmanagement.
- Vermittler: Maklerkonsolidierung führt zu professionelleren Vertriebsstrukturen.
Fazit
Der Versicherungsmarkt in Österreich wächst 2024 deutlich, mit Prämienvolumen von etwa 23,5 Mrd. Euro und einem Plus von 7,0%. Dieses Wachstum zeigt die Stärke der Branche. Doch das mittelfristige Wachstum bleibt moderat, mit einer realistischen Erwartung von etwa 2,8% pro Jahr für die nächsten zehn Jahre.
Die Marktanalyse offenbart sowohl Chancen als auch Risiken. Chancen bieten Digitalisierung und InsurTech-Integration sowie Innovationen in Lebens- und Cyberversicherungen. Risiken hingegen entstehen durch Schäden, Inflation, Klimawandel und geopolitische Unsicherheiten. Zudem belasten höhere Kapitalanforderungen und komplexere Regulierungen, wie CRR III und AML-Anpassungen, die Geschäftsmodelle.
Zielgerichtete Investitionen sind für die Umsetzung notwendig. Versicherer sollten in Digitalisierung, spezialisiertes Underwriting und aktives Risikomanagement investieren. Makler müssen Skalierung, Spezialisierung und digitale Services vorantreiben. Politik und Aufsicht müssen Kapitalmarktentwicklung fördern, Bürokratie reduzieren und Anreize für private Vorsorge schaffen.
Am Ende bleibt der Markt robust. Hohe Solvenzquoten und positive Prämienentwicklung stützen diese Einschätzung. Doch ohne Investitionen in Resilienz und abgestimmte regulatorische Anpassungen drohen strategische Nachteile. Leser sollten regulatorische Entwicklungen wie CRR III, AI Act oder Cyber Resilience Act beobachten. Sie sollten strategische Investitionen in Digitalisierung und Risikomanagement prüfen, um sich frühzeitig an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
