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Wie brauchbar ist Bakery?

Der kleine, aber feine Onlineshop

Jeder, der mit Websitebaker klar kommt, kommt auch mit dem kleinen Onlineshop-System Bakery zurecht:  Innerhalb weniger Minuten ist ein funktionierender Onlineshop von der Lagerverwaltung bis zur Rechnungslegung eingerichtet. Naja - so ungefähr...

Bakery ist genauso entstanden, wie viele andere WebsiteBaker-Module auch: Jemand – in diesem Fall User "freeSbee" - brauchte so ein Modul, und weil es nichts Geeignetes gab, hat er es selbst entwickelt  und der Community wieder zur Verfügung gestellt.
Natürlich wurde Bakery ursprünglich für einen bestimmten Zweck entwickelt, es wurden aber später noch sehr viele Vorschläge von Usern aufgegriffen und eingebaut – soweit dies im gesteckten Rahmen noch möglich war.

Die Einfachheit von Bakery hat aber auch ihren Preis: Bakery ist definitiv kein Shop, der alle Stückerl spielt – und auch nicht spielen will. Wer etwas in der Art wie Amazon haben will, muss woanders schauen und etwas mehr Zeit vorrätig haben.

Die Grenzen von Bakery

Dass ich hier nicht die lange Liste der Featues abhandle, liegt nicht nicht daran, dass es sie nicht gibt – nein! – sie liest sich eindrucksvoll.

Für die Entscheidung Bakery: Ja/Nein sind aber nicht die Features wichtig, sondern die Grenzen. "Kann ich das erreichen, was ich möchte?" – das ist die Frage, und die Antwort liegt eben darin, wo genau die Grenzen des Möglichen sind.

Struktur

Natürlich hat jedes Produkt einmal einen Preis. Solange gilt: Ein Ding = Ein Preis, tut Bakery sehr unkompliziert und einfach seinen Job.

Problematisch wird es, wenn es Optionen gibt, etwa Größe oder Farbe  – mit Aufpreis, Abschlag oder eigenem Preis.

Zb: "T-Shirt WB3" gibt es in Größen M/L/XL zu 10,-/11,-/12,-

Man kann also angeben:

1) "T-Shirt WB3": Preis 10,-
und Optionen  M/L/XL zu +0,-/+1,-/+2,-

2) "T-Shirt WB3": [Preis=keine Ausgabe]
Optionen  M/L/XL zu 10,-/11,-/12,-

Beide Varianten werden im Warenkorb richtig gerechnet: Größe M = € 11,-

Der Haken hierbei: Es sind jeweils Einstellungen in den Seitenoptionen zu machen, etwa um den Grundpreis nicht auszugeben, sondern nur die Optionen. Diese werden aber immer als Optionenliste dargestellt – auch wenn es nur eine Option gibt. Das ist hässlich.
Variante 1 (Grundpreis + Aufpreis) hingegen ist wohl nur für Sonderfälle geeignet – wofür gibt man schon Aufpreise an. (+2,-).
Mischen der Darstellung geht – zumindest auf der selben Seite (WB-Page) - nicht.

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig:
Alle möglichen Optionen (Größe: M, L, XL, Farbe: grün, blau, rot; Menge: 130ml, 1l,.. usw) müssen getrennt von den Artikeln angeben werden. Wer also einen Gemischtwarenhandel mit Fläschchen, Körbchen, vielen Größen, Gewichten usw betreibt, wird sich bald durch endlose Auswahllisten quälen müssen, um das richtige zu finden. Die Optionen werden alphabetisch sortiert – 300ml steht also NACH 1500l.

Praktisch und sinnvoll: Die 3 frei definierbaren Extra-Felder für die Produktbeschreibung.

Bestellvorgang:

Bakery funktioniert hier wie es ist, Sonderwünsche sollte man eher vergessen. Ärgerlich ist die knappe Anzahl der Felder für die Kundendaten, es gibt nicht einmal ein Kommentarfeld.
Nunja: Vorteil/Nachteil: je weniger Extrawurst-Wünsche ein Kunde mitteilen kann, umso weniger muss man braten.
In der Praxis ist Bakery nicht dafür gemacht, 10000 Bestellungen täglich direkt ins Auslieferlager zu senden; eventuelle Rückfragen (per Mail!) mögen lästig erscheinen, können aber letztlich auch viel Ärger sparen.

Ein kleines weiteres Ärgernis: Verschiedene Zeichen (zb "/") werden sehr restriktiv behandelt und führen zu Meldungen wie: Die Angaben sind nicht korrekt.  In Österreich und Bayern ist aber die Schreibweise "13/11" für Haus/Türnummer üblich – was zu Gemeckere - und Nicht-Weiterkommen - führt.
In der Sprachdatei kann das geändert werden, aber die werden bei einem Upgrade überschrieben. Da muss man dann erst wieder mal drauf kommen.

Auftragsverwaltung / Rechnungen

In Bakery ist sowohl Lagerverwaltung als auch Rechnungslegung integriert. Ich muss gestehen, dass ich (bzw meine Autraggeber)beides nie getestet / verwendet haben.
Zu beachten in der Lagerverwaltung: Artikel werden nicht nach Optionen getrennt verwaltet. Es wird zB. nur die Anzahl von "T-Shirt WB3" gezählt, nicht die lagernden Größen M,L,XL.

Design:

Das Grunddesign von Bakery ist aus verschiedenen Gründen etwas sperrig. Für die Produktseiten gibt es die WB-üblichen Einstellungsseiten, mit denen man an viele - aber nicht an alle Dinge rankommt. Auch hier gilt: solange man keinen Gemischtwarenladen betreibt, wird man etwas finden, mit dem sich leben lässt. Design-Orgien mit dem zwingenden Style-Guide in der Hand spielt es nicht, selbst wenn man der CSS-Guru höchstpersönlich ist. Dann hilft nur ein Griff in den Code.

Die Warenkorb-Seiten + Bestellvorgang sind recht gut gemacht: Sie passen sich von selbst an fast jedes (helle) Template an. Das ist ein Segen, denn Eingriffe hier sind wegen der htt-Files ein ziemliches Gefrickel und sicher nicht jedermanns Sache.

Code:

Bakery ist ein ziemlich üppiges Teil und das merkt man auch im Code. In den ersten Versionen sah man da und dort, dass im Kern wohl mal vom News-Modul aus begonnen wurde. In späteren Versionen wurde der Code immer wieder überarbeitet.

Im Wesentlichen  wird "Old Style"-PHP verwendet, was den Code zum großen Teil verständlich und lesbar macht. Kommentare sind spärlich, aber hilfreich. Änderungen in der view.php sind relativ einfach zu machen, alles was den Bestellvorgang betrifft, wird zur Qual.

Sobald man im Code frickelt, muss man sich wohl darauf einstellen, nie wieder ein Upgrade zu machen. Bakery ist ein recht junges Modul, es gibt noch permanent Upgrades. Nicht zu vergessen: Da Bakery noch nicht sehr verbreitet ist, wird es wohl auch noch Sicherheitslücken geben; noch keine schlimme Gefahr, aber das könnte sich ändern. Eine Karriere 2.0 sollte man nicht auf ein selbst vermodeltes Bakery aufbauen.

Fazit:

Die Zielgruppe von Bakery sind KMUs/EPUs und Private, die ein kleineres Warenangebot an den wohlgesonnenen Kunden bringen wollen. "Wohlgesonnen" heißt: Kunden, die den Online-Shop eher als "Merkzettel" sehen, also als praktisches Entgegenkommen des Anbieters, die aber sonst auch formlos per Mail bestellen würden. Für den Anbieter hat Bakery den Vorteil, dass Kundenwünsche geordnet ankommen und auch recht gut verwaltet werden können, solange nicht täglich LKW-Ladungen voll rausgehen.

Webdesigner, die für ihre Auftraggeber einen OnlineShop einrichten wollen, müssen diesen rechtzeitig klar machen, dass nicht alles geht und unvermittelt Grenzen auftauchen können – die sich auch später nicht ändern lassen.

Wer ein sorgloses Leben als Online-Händler mit Standort Coconut Islands plant, wird sich wohl eher mit den großen und komplexen Shopsystemen auseinander setzen müssen.

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Kommentare:

15.01.2014

Sabrina

hallo,
bin grad dabei mir einen kleinen Shop mit Bakery einzurichten. Gibt es einen Warenkorbbutton oder ähnliches, damit der Kunde zwischendurch mal in den Warenkorb sehen kann? Kann ich auch die Versandkosten einmalig dazuschalten, bei jedem einzelnen Artikel funkt es nur ich hätte gern das es nur einmal berechnet wird und nicht pro Artikel!? Danke für die Hilfe
LG

19.01.2014

NorHei

http://www.bakery-shop.ch/
Ziemlich weit unten müsste es sowas geben.

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